Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank, dass Sie sich für "Kinder Können Kochen" und das was wir erreicht haben, interessieren. Der Erfolg von sozialen Einrichtungen wie "Kinder Können Kochen" ist nicht oder nur schwer mit betriebswirtschaftlichen Instrumenten zu messen. Dennoch möchte ich Ihnen als studierter Betriebswirt einige allgemeine Zahlen und Geschichten aus unserem Kochkurs mit auf den Weg geben, um unseren Erfolg zu messen. Das Team von "Kinder Können Kochen" ist sehr stolz auf das, was wir seit der Gründung im Jahr 2010 erreicht haben.

Ein paar allgemeine Zahlen

Unseren Kindern und Jugendlichen zwischen sechs und 13 Jahren stehen im Jahr 2013 stolze 2,9 Milliarden Euro Taschengeld zur Verfügung - soviel wie nie zuvor. Zum letzten Jahr hat sich diese Summe um 10% erhöht. Volkswirte haben errechnet, dass Eltern zudem 70 Milliarden Euro für sogenannte "Quengelware" ausgeben. Also die Sachen, die sie gar nicht kaufen wollten, aber ihre Kinder und Jugendlichen unbedingt haben wollten. Die weltweite Rendite für Snacks und Kekse liegt bei 18%, die für Obst und Gemüse bei 4,6%. Es ist also kein Wunder, dass die großen Lebensmittelkonzerne unsere Kinder und Jugendlichen als Zielgruppe für ihre Marketingoffensiven ausgewählt haben.

Schon im Jahr 2006  beliefen sich die Kosten durch ernährungsbedingte Krankheiten  auf 30 Prozent aller Gesundheitskosten, das sind über 70 Milliarden Euro jährlich! (siehe hier)

15% der Kinder in Deutschland sind übergewichtig. Das sind stolze 50% mehr als noch in den neunziger Jahren, also vor nichtmal zwanzig Jahren! 6,3 % dieser übergewichtigen Kinder sind fettleibig. Etwa 33% der krankhaft übergewichtigen Kinder in Deutschland haben eine vergrößterte Leber wie ein Alkoholiker. Weil der Körper noch wächst, formen sich die Knochen unter der Last des Körpers. Viele von Ihnen werden Typ 2 Diabetes bekommen, eine Krankheit, die in den neunziger Jahren noch als Altersdiabetis galt. (Quelle: "Die Zeit, Ausgabe 8. Mai. 2013 Seite 15-17)

Zahlen zu "Kinder Können Kochen"

Seit Gründung von "Kinder Können Kochen" haben wir 18 Kochkurse in den Projekten "Kinder Können Kochen", "Koch AG" und "Kochschule" durchgeführt und somit über 350 Kinder und Jugendliche an eine gesunde und augewogene Ernährung herangeführt. Diese 350 Kinder und Jugendlichen haben das Handwerkszeug mit auf den Weg bekommen, um selbst zu entscheiden was sie essen wollen.

Unsere Kochkurse haben wir an fünf unterschiedlichen Standorten in Schleswig-Holstein durchgeführt und eine Ausweitung des Projektes ist in Planung.

Seitdem sind über zehn Zeitungsartikel erschienen, wir haben sieben Radio- und zwei TV-Interviews geführt, damit auf die aktuelle Lage aufmerksam gemacht und wir werden weiter machen!

Anekdoten zu "Kinder Können Kochen"

  • Bei einem unserer letzten Kochkurse hatten wir eine Spendenübergabe durch einen Immigranten, bei dem auch die Zeitung anwesend war. Als dieser per Zufall vom Redakteur erfuhr, dass ein Schüler drinnen traurig sagte "Ich würde gerne Koch werden, aber mein Deutsch ist zu schlecht" ging dieser Kurzerhand zu dem Schüler und bot ihm einen Praktikumsplatz an, mit der Aussicht auch eine Lehre bei ihm machen zu können, wenn er sich gut anstellt.
  • Beim Spaziergang durch die Stadt begegnete mir die Mutter eines Kindes, das an unserem ersten Kochkurs teilgenommen hatte. Das war nun schon ein Jahr her. Völlig gehetzt sprach sie mich an und sagte: "Herr Dobbertin, wissen Sie eigentlich, was ich die ganzen Sommerferien mit meinem Kind machen musste? Jeden Tag kochen! Das wollte er vorher nie!"
  • Nach einem Kochkurs stand ein weinendes Kind vor uns und wir waren schon leicht verzweifelt, weil wir nicht wussten, was geschehen war. Es hatte sich weder verletzt, noch wussten die anderen Kinder was geschehen seien könnte. Als die Mutter kam, löste sich das Problem. Der Junge war traurig, dass der siebenwöchige Kochkurs vorbei war. Im Kochkurs, der zwei Wochen später startete, bekam er einen Ehrenplatz von uns!
  • Nach unserem zweiten offenen Kochkurs erreichte uns die Nachricht, dass eine Mutter sich beschwert hätte. Ihre Tochter weigere sich Fertigpizza und gekaufte Fischstäbchen zu essen. Da sind Stoffe drin, die krank machen, sagte sie ihrer Mutter. Jetzt müsse sie die Sachen immer frisch machen, naja immerhin helfe ihre Tochter, nur leider nicht beim saubermachen.